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Mein Kind stottert

Es wird im Allgemeinen geschätzt, dass 20% der Kinder zu einem beliebigen Zeitpunkt stottern. Die meisten Kinder überwinden ihr Stottern und können vollständig flüssig reden.

Stottern ist jedoch bei 1% von kleinen Kindern chronisch. Wenn Ihr Kind Anzeichen von nicht flüssigem Reden aufweist, das länger als einen Monat anhält, sollten Sie sich an einen Sprech- und Sprachtherapeuten wenden. Je länger Sie warten, um so schwieriger wird es, das Stottern erfolgreich zu beheben.

Es ist wichtig, dass Sie darauf achten, dem Kind das Stottern nicht noch mehr bewusst zu machen als es ihm bereits ist. Sie sollten sich zunächst alleine ohne Ihr Kind Rat bei einem Sprech- und Sprachtherapeuten einholen. Der Sprech- und Sprachtherapeut wird sich anschließend für eine direkte Beurteilung eines vorliegenden Sprachfehlers mit dem Kind treffen wollen. Dies erfolgt auf ganz informelle Weise, um Ängste des Kindes zu vermeiden.

Die Therapie selbst wird normalerweise nicht direkt vom Sprech- und Sprachtherapeuten durchgeführt, sondern von den Eltern. Leichte Änderungen in der Art und Weise, wie Eltern mit dem Kind sprechen oder sich ihm gegenüber verhalten, können das Vertrauen und die Fähigkeit des Kindes, fließend zu sprechen erhöhen. Der Sprech- und Sprachtherapeut wird mit Ihnen über Methoden sprechen, wie dies erzielt werden kann.

Die Globale Therapie des Stotterns (Phillip J. Roberts): erläutert detailliert, wie Eltern positiv die Sprachweise ihres Kindes beeinflussen können. Wir empfehlen Ihnen, dieses Buch zu lesen, bevor Sie mit dem Sprech- und Sprachtherapeuten sprechen. Dieses Buch gibt weiterhin eingehende Informationen über Stottern und kann Ihnen dabei helfen, die Bedürfnisse Ihres Kindes zu verstehen. Klicken Sie hier, um mehr Informationen über dieses Buch zu erhalten.


Tipps

Es ist nicht Ihr Fehler, dass Ihr Kind stottert. Sie können dennoch außerordentlich dazu beitragen, das Stottern Ihres Kindes zu verringern oder zu beheben, indem Sie die Art und Weise, wie Sie mit Ihrem Kind reden und umgehen, leicht ändern und das Selbstvertrauen Ihres Kindes steigern.

1 - Verschweigen ist der falsche Weg. Wenn ein Kind stottert, sind Eltern und andere Familienmitglieder oftmals so verlegen, dass sie so tun, als ob das Kind gar nicht gestottert hätte. Das Kind fühlt sich allein und hilflos mit seinem Stotterproblem, was die ganze Sache nur verschlimmert. Daher sollten Sie versuchen, mit dem Kind über das Stottern zu sprechen. Zeigen Sie dem Kind dabei auf keinen Fall Ihre Ängste. Sie sollten mit dem Kind sein Stottern auf zwanglose und sachliche Art und Weise besprechen und das Kind nicht befangen machen.

2 - Wenn Sie mit dem Kind reden, vermeiden Sie Worte wie 'Stottern' oder 'Stammeln', 'SSP' oder Sprech- und Sprachpathologe' . Ein Kind versteht die Bedeutung dieser Worte nicht und nimmt sie als beängstigend wahr. Dies erhöht unnötigerweise das Bewusstsein des Kindes in Bezug auf den Sprachfehler. Stattdessen sollten Sie Worte aus dem Wortschatz des Kindes benutzen, wie zum Beispiel  'verklebte Worte'.

3 - Sagen Sie dem Kind nicht, dass es "langsam sprechen" soll,  "immer mit der Ruhe" oder "tief einatmen" soll. Wenn Sie dies tun, verliert das Kind das Vertrauen in seine Fähigkeit zu sprechen. Dadurch wird das Stottern noch gefördert. Sie sollten stattdessen langsam und ganz gelassen reden.  Kinder neigen dazu, ihre Eltern nachzuahmen und reden langsamer, wenn sie langsamer sprechen. Benutzen Sie kurze Sätze, die ein Kind leicht verstehen kann.

4 - Wenn Ihr Kind Ihnen eine Frage stellt, warten Sie ein paar Sekunden, bevor Sie antworten. Auch dann wird das Kind Sie nachahmen und sich beim Sprechen Zeit nehmen.

5 - Wenn Ihr Kind mit Ihnen spricht, achten Sie darauf, dass Sie es anschauen und ihm Ihre volle Aufmerksamkeit schenken. Stottern verschlimmert sich normalerweise, wenn ein Kind den Eindruck hat, dass der Zuhörer ihm nicht zuhört. Benutzen Sie Gesichtsausdrucke, um Ihrem Kind zu zeigen, dass Sie ihm zu hören und dass es seine Nachricht vermitteln kann.

6 - Halten Sie Augenkontakt mit dem Kind, auch während es stottert.

7 - Haben Sie mit Ihrem Kind Geduld. Zeigen Sie ihm nicht, dass Sie böse oder besorgt aufgrund des Stotterns sind. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es so akzeptieren wie es ist.

8 - Unterbrechen Sie Ihr Kind nicht beim Sprechen. Ein Kind ist entspannter und wird weniger stottern, wenn es weiß, dass es nicht unterbrochen wird. Stellen Sie sicher, dass alle Familienmitglieder abwechselnd sprechen.

9 - Ein Kind mag es nicht, wenn es mit Fragen unter Druck gesetzt wird. Dies gilt besonders für Kinder, die stottern. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind Fragen zu stellen und lassen Sie das Kind darüber sprechen, worüber es möchte.

10 - Loben Sie Ihr Kind immer, wenn es etwas gut gemacht hat. Dies steigert das Vertrauen des Kindes.